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im Bild: Irmgard Friedberger und Referent Peter Weig; Bild: Christina Weig
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27.02.2020
Energie rund ums Gebäude

„Mit der Mobilität, der voranschreitenden Technisierung und unserem täglichen Konsum steigt unser Energieverbrauch immer weiter. Gleichzeitig steigen wir aus der Atomenergie aus und schalten unsere Kohlekraftwerke ab. So gut und wichtig wie das ist erzeugt es eine Lücke in unserem Energiebedarf. Diese zu füllen ist unsere Aufgabe“, so Referent Peter Weig. 

Der erste Schritt dazu sei es, den eigenen Energieverbrauch zu senken. Alleine Dach und Wände sind verantwortlich für 51 % des Energieverlustes in einem durchschnittlichen Wohnhaus. Durch einen Vollwärmeschutz oder eine Sanierung des ohnehin oft renovierungsbedürftigen Dachstuhls könnte hier viel Energie eingespart werden.

Eine etwas kleinere, doch ebenso wichtige Maßnahme sei es, auf effizientere Verbraucher umzurüsten. „Kühlschränke gibt es mittlerweile schon nur noch sehr energieeffizient und auch neue Fernseher verbrauchen nur noch einen Bruchteil der Energie von früher.“ Kleine Verbesserungen summieren sich über die Zeit auf und können große Wirkungen haben.

Um die noch benötigte Wärmeenergie zu erzeugen, stehen viele Alternativen zur Ölheizung zur Verfügung. „Erdöl ist viel zu schade, um es zu verheizen. Unsere Medizinindustrie ist angewiesen auf Rohöl. Das Plastik für Blutkonserven und dergleichen gäbe es ohne Rohöl nicht.“

Um ein Haus auch ohne Ölheizung warm zu halten sind die Möglichkeiten vielfältig. Eine Solaranlage auf dem Dach nutzt die Energie der Sonne, eine Wärmepumpe die Energie der Umgebungsluft und die Überschüsse können in Wasserstoff gespeichert werden. Der Wirkungsgrad dieser Umwandlung lässt momentan zwar noch zu wünschen übrig, aber besser, als die Energie gar nicht zu nutzen sei es allemal.

„Wählen Sie die Reihenfolge Ihrer Maßnahmen klug, einen neuen Wärmeerzeuger anzuschaffen, ohne die Verluste im Haus zu senken macht wenig Sinn, da dies die Auswahl stark einschränkt und nur geringe Einsparungen möglich sind. Weiterhin 80-90 % des Energiebedarfs konventionell zu erzeugen ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, so der Referent.

Für alle diese Maßnahmen gibt es Förderungen der KFW oder BAFA, die mitunter sehr großzügig ausfallen. Weig nannte einige Voraussetzung, und führte dazu an, dass jeder Fall speziell ist und es immer eine Einzelfallprüfung sein werde. „Doch Sie sind nicht allein, holen Sie sich einen Energieberater, der kennt alle Fördermöglichkeiten und macht dann auch einen Großteil der Papierarbeit für Sie und auch die Kosten für diesen Energieberater werden mit bis zu 50 % gefördert.“

Was im Kleinen funktioniert, lässt sich auch im Großen anwenden. Peter Weig zeigte Möglichkeiten auf, wie auf Bundesebene oder auch im Zusammenschluss innerhalb einer Kommune die kommende Energielücke geschlossen werden kann. Deutschlandweit wird mit Windkraft, Biomasse, Solarfeldern und Wasserkraftwerken immer mehr auf regenerative Energien gesetzt, auf gemeindlicher Ebene bieten sich Nahwärmenetzt an.

Kommunen sind dabei wichtige Schlüsselträger. Sie haben es in der Hand, ihren Bürgern eine nachhaltige Versorgung zu bieten, die dennoch stabil ist.

 

Irmgard Friedberger pflichtete dem Referenten bei. Sie sehe die Kommunen viel mehr in der Verantwortung, den Bürgern zumindest die Möglichkeit einer solchen Versorgung zur Verfügung zu stellen. Ihre Vision ist es, die Marktgemeinde Wallersdorf energieautark zu gestalten. Dies sei ein schrittweiser Prozess, der jedoch begonnen werden muss. „Irgendwann müssen wir mal anfangen! Autark zu sein ist ein großes Ziel für die Zukunft, doch wir haben heute schon die Möglichkeiten, mit kleinen Maßnahmen großes zu bewirken. Mit einem Nahenergienetz, das mit verschiedenen Solarthermieanlagen und Photovoltaikanlagen versorgt wird, kann ein Verbund an Häusern mit Wärme versorgt werden, ohne einen einzigen Tropfen Öl zu verbrennen.“ Überschüssige Energie kann umgewandelt und z.B. als Wasserstoff gespeichert werden, um so die Senken bei der solaren Stromerzeugung auszugleichen.

In der Marktgemeinde werden bereits über 100 % des eigenen Energiebedarfes nachhaltig erzeugt. Nach dem Auslaufen der Förderung muss diese Energie jedoch selbst, zu den Konditionen an der Energiebörse, verkauft werden. Friedberger sprach sich für eine intelligentere Koordination dieser Energieerzeugung aus, um den Besitzern solcher Anlagen eine Alternative für den Absatz aufzuzeigen und damit die Wertschöpfung in der Gemeinde zu belassen.